Nasse Straßen und Laub verlängern den Bremsweg. So prüfen Sie Beläge an Scheiben- und Felgenbremse, erkennen den richtigen Zeitpunkt zum Wechsel und bremsen neue Beläge sauber ein.
Gute Bremsen sind die wichtigste Sicherheitsausstattung am Rad. Im Herbst werden sie besonders gefordert: Nässe, Laub und Schmutz verlängern den Bremsweg und lassen die Beläge schneller verschleißen. Ein kurzer Check alle paar Wochen genügt, damit Sie rechtzeitig reagieren.
Warnzeichen für abgenutzte Beläge
- Der Bremshebel lässt sich weiter ziehen als gewohnt, oder die Bremse greift später.
- Beim Bremsen hören Sie Schleifen, Quietschen oder ein metallisches Kratzen.
- Das Rad bremst spürbar schlechter, vor allem bei Nässe.
Ein metallisches Geräusch ist ein Alarmsignal: Dann reibt meist schon die Trägerplatte auf der Scheibe oder Felge. Fahren Sie in diesem Fall nicht weiter, sonst beschädigen Sie Scheibe oder Felge.
Scheibenbremse: Beläge kontrollieren
Schauen Sie mit einer Taschenlampe von oben in den Bremssattel. Viele Hersteller empfehlen den Wechsel, wenn der Belag nur noch etwa einen halben Millimeter dick ist; die genaue Grenze steht in der Anleitung Ihrer Bremse. Prüfen Sie auch die Bremsscheibe: Unterschreitet sie die auf ihr eingeprägte Mindeststärke oder ist sie verzogen, muss sie ebenfalls getauscht werden.
Bei den Belägen gibt es zwei Arten: organische Beläge (Resin) bremsen leise und fein dosierbar, verschleißen aber schneller. Sinterbeläge (metallisch) halten länger und vertragen Nässe und lange Abfahrten besser, sind dafür etwas lauter. Welche Beläge für Ihre Bremse zugelassen sind, steht beim Hersteller.
Felgenbremse: Verschleißrillen beachten
Die Bremsschuhe von Felgenbremsen haben Rillen. Sind diese kaum noch zu sehen, ist es Zeit für neue Beläge. Achten Sie auch auf die Felge selbst: Viele Felgen haben eine Verschleißanzeige, etwa eine Rille oder einen Punkt. Verschwindet sie, ist die Felgenflanke zu dünn geworden.
Wechseln und einbremsen
Das Tauschen von Belägen gelingt mit etwas Übung und dem passenden Werkzeug auch zu Hause. Wichtig: Fassen Sie Belagfläche und Bremsscheibe nicht mit den Fingern an, Hautfett mindert die Bremsleistung. Reinigen Sie die Scheibe vor dem Einbau mit Bremsenreiniger, nie mit Öl oder Kettenspray.
Neue Scheibenbremsbeläge müssen eingebremst werden: Fahren Sie auf einem ruhigen, ebenen Weg etwa 20 bis 30 Mal aus mittlerer Geschwindigkeit an und bremsen Sie kräftig, aber ohne zu blockieren, bis fast zum Stillstand. Erst danach erreicht die Bremse ihre volle Leistung.
Lieber in die Werkstatt?
Wenn Sie unsicher sind, die Bremse nach dem Wechsel schleift oder sich der Hebel bei einer hydraulischen Bremse schwammig anfühlt, lassen Sie die Bremse von einer Fachwerkstatt prüfen. Bei der Sicherheit sollten Sie kein Risiko eingehen.